«Die Veränderungen im Verhalten der Kinder nach einer Kunsttherapie-Sitzung
beeindrucken mich immer wieder.»

Prof. Dr. med. Bernhard Frey, Universitäts-Kinderspital Zürich

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Naomi Middelmann, Kunsttherapeutin (HES)

Das ist die Geschichte eines kleinen Jungen, Thomas.

Mit seinen sieben Jahren wurde er bereits viele Male verlassen, wird immer wieder abgeschoben, von einem Heim ins nächste. Ein Start ins Leben, wie ihn keiner wünscht.

Thomas hat bereits eine lange Leidensgeschichte hinter sich, bis er schliesslich in einer Pflegeeinrichtung mit Sonderschule aufgenommen wird. Er zeigt grosse Beziehungs- und Kommunikationsprobleme, weshalb ihm das medizinische und pädagogische Betreuungsteam die Kunsttherapie empfiehlt.

Mit einem Tischfussballspiel tritt die Kunsttherapeutin mit dem kleinen Jungen in Kontakt und setzt damit den Grundstein für eine vertrauensvolle Beziehung.

In der zweiten Sitzung schlägt ihm die Therapeutin vor, mit Kartons zu arbeiten. Er beschliesst, daraus ein Auto zu bauen, das ihn in seine Heimat bringen soll. Er fängt an zu sprechen – und die Idee, wegzufahren, gefällt ihm so gut, dass er sich immer wieder aus seiner Lerngruppe im Pflegezentrum schleicht, um zu seinem selbstgebastelten Auto zurückzukehren.

Während den Sitzungen nimmt sich Thomas immer mehr Kartons und verwandelt sein Auto in ein Wohnmobil. Er baute ein Bett, ein Waschbecken, eine Toilette und ein GPS, um ihm zu helfen, seinen Weg zu finden. Die Sitzungen verwandeln sich in eine Reise um die Welt.

„Es wird eine lange Reise und man braucht Geduld“, sagt er.

In Begleitung der Kunsttherapeutin, ausgestattet mit Landkarte und Pass aus Karton, durchquert Thomas Städte und Länder, um in seine Heimat, zu seiner Familie, zurückzukehren.

Diese Momente, geprägt von Kreativität und Fantasie, erlauben der Therapeutin, Thomas auf sanfte Weise mit schmerzhaften Themen zu konfrontieren. Ohne Worte, lediglich über das kreative Spiel.

Als nächstes baut Thomas Kaninchenställe mit Betten und Spielzeug. Er kümmert sich um ihr Wohlbefinden und ihre Sicherheit. Nach über sechs Monaten wöchentlicher Sitzungen stimmt er schliesslich zu, über seine Gefühle und Empfindungen zu sprechen. Er erlaubt sich selbst, Emotionen zuzulassen.

 

Die Kunsttherapie hat dem kleinen Thomas geholfen, seine von Leid geprägte Vergangenheit zu verarbeiten und wieder gesund zu werden. Schenken Sie Kindern wie Thomas ein Stück Lebensqualität, unterstützen Sie uns – werden Sie Teil der Giving Tuesday Bewegung.

Barbara Carnielli, Mal- und Kunsttherapeutin IHK, Universtitäts-Kinderspital Zürich

Ich richte mich in den Therapiestunden ganz nach dem Bedürfnis und der Situation des Kindes. Wichtig ist mir dabei den gesunden Aspekt des Kindes im Vordergrund zu haben und seine Autonomie zu unterstützen. In dieser Stunde darf das Kind entscheiden, Ja und Nein sagen und selber wählen. Hier steht nicht die Sprache, sondern das eigene Handeln im Mittelpunkt und ermöglicht so Unausgesprochenem eine Ausdrucksmöglichkeit zu geben. Das künstlerische Tun stärkt die Ressourcen und ermöglicht dem Kind, sich auch im Spitalalltag als eigeninitiativ und handlungsfähig zu erleben. Wenn ich dabei beobachten darf, wie sich das Kind immer mehr entspannt, die momentane Situation in den Hintergrund tritt und einer kreativen Fröhlichkeit Platz macht, erfüllt mich das mit grosser Dankbarkeit und Freude.

Auszug aus dem Bericht der Musiktherapeutin Claudia Hablützel, MAS Musiktherapie ZHdK, Sopzialpädiatrisches Zentrum SPZ, Kantonsspital Winterthur

Sabine* 16 Jahre alt, ist auf Grund einer Anorexie in der Klinik hospitalisiert. Für Sabine war die Musiktherapie ein wichtiger Ort, um sich sowohl nonverbal als auch verbal auszudrücken. In jeder Stunde gelang es ihr, etwas für sich zu entdecken und Neues zu wagen und auszuprobieren. Diese Erfahrungen können wie einzelne Mosaiksteine sein. Mehrere Mosaiksteine zusammen ergeben ein Bild. In diesem Bild spielt auch ihr Selbstwert, der erstarken kann, eine wichtige Rolle. Sabines neugierige und offene Haltung unterstützten sie in dieser Auseinandersetzung.

*Name geändert

Brida Lang, ehemalige Kunst- und Musiktherapeutin, Kantonsspital Graubünden, Chur

„Oh happy day“

Ein grosses Dankeschön an die Stiftung ART-THERAPIE und das Autorinnenteam des Wiegenliederbuches. Die Frühgeborene Lisa* liegt seit einigen Wochen auf der Intensivstation. Die Mutter von Lisa kommt jeden Morgen bereits um 5 Uhr zu ihrer jüngsten Tochter – zuhause sind drei Geschwister. Meine Idee war es, dass ich das “Gesangs-Buch“ mit einer Notiz für die Mutter neben die Isolette legen würde.

„Oh happy day“, heute war die ganze Familie dank der Schulferien bei der kleinen Lisa zu Besuch. In den Augen von Frau D. schimmerten Tränen, als sie später ins Wartezimmer kam, wo ich mit den drei Kindern musizierte: „Idas Sommervisa“ kennen wir, ich bin Schwedin.“ Die Mama sang mit ihrer Kinderschar das Sommerlied – die Sonne strahlte im Wartezimmer der Intensivstation.

Das sinnliche und feine Geschenk hat in Windeseile den Weg in die Herzen der Patient*innen, Angehörigen und der Kunsttherapeutin im Kantonspital Graubünden gefunden.

*Name geändert

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