Kunsttherapie am OKS St. Gallen – eine erfolgsgeschichte der integration

Seit 2003 ist die Kunsttherapie fester Bestandteil am OKS – Ostschweizer Kinderspital St. Gallen, insbesondere in der Neonatologie, der Onkologie und der Psychosomatik. Die Musik- und Kunsttherapeutinnen sind alle in der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie angestellt. In diesem Jahr endet das Projekt von Seiten der Fondation ART-THERAPIE planmässig, nachdem die nachhaltige Integration in der dritten Projektphase (2024–2026) erfolgreich begleitet und gefestigt werden konnte. Was damals im Jahr 2008 gemeinsam mit der neu gegründeten Fondation ART-THERAPIE konzipiert wurde, ist heute ein etabliertes und geschätztes Element der multiprofessionellen Versorgung.

Im Austausch mit Dr. med. Christian Henkel, Leitender Arzt und Leiter der Abteilung für Psychosomatik/Psychotherapie, wurde deutlich, was dieses Projekt so besonders gemacht hat: Die Kunsttherapie ist nicht «hinzugekommen» – sie ist mitgewachsen. Von Beginn an war sie Teil des Konzepts. Diese frühe Integration hat es ermöglicht, interdisziplinäre Zusammenarbeit im OKS mit den verschiedenen Abteilungen nachhaltig zu verankern.

Mehr als ein Zusatzangebot

Die Akzeptanz gegenüber der Kunsttherapie ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Therapeutinnen wurden von Anfang an wertschätzend aufgenommen, insbesondere in der Onkologie und auf der psychosomatischen Station. Die enge Zusammenarbeit zwischen Medizin, Psychologie und Kunsttherapie schafft ein differenziertes Verständnis der Patient:innen und ihrer Bedürfnisse.

Dr. Henkel bringt es auf den Punkt:

«Die Kunsttherapie hat zur Multiprofessionalität im Haus beigetragen. Sie erweitert das Behandlungsangebot in der Breite – zum Wohl unserer Patient:innen.»

Kunsttherapie gibt Sprachlosigkeit Ausdruck. Sie eröffnet einen nonverbalen Zugang zum Erleben schwer kranker Kinder und Jugendlicher – und kann Brücken in den sprachlichen Ausdruck schlagen. Kreatives Schaffen holt junge Patient:innen ins Hier und Jetzt, schafft Verbindung zum inneren Wissen und ermöglicht neue Perspektiven – manchmal wie durch ein Kaleidoskop, das den Blick erweitert.

Sicherheit durch Anschubfinanzierung

Die Unterstützung durch die Fondation ART-THERAPIE war für die Entwicklung am OKS zentral. Die Anschubfinanzierung schuf Sicherheit – sowohl für die Therapeutinnen als auch in Verhandlungen mit der Spitalverwaltung.

Der kontinuierliche, wohlwollende Austausch und die transparente Kommunikation stärkten das Projekt nachhaltig. Die Vernetzung zwischen dem Projekt und der Fondation wird bis heute geschätzt.

Integration als Zukunftsmodell

Heute ist die Kunsttherapie am OKS weitgehend etabliert. Teilweise werden Stellen intern über Spitalmittel finanziert, insbesondere in der Neonatologie. Auch neue tarifliche Entwicklungen eröffnen zusätzliche Möglichkeiten im ambulanten und teilambulanten Bereich.

Gleichzeitig bleibt die Frage aktuell, ab welchem Zeitpunkt die öffentliche Hand oder das Spital selbst die vollständige Finanzierung übernehmen sollte. Klar ist: Sensibilisierung und Aufklärungsarbeit bleiben entscheidend.

Was bleibt?

Kunsttherapie bringt Farbe in den Spitalalltag.Sie gibt Ohnmacht eine Sprache.  Und sie erweitert die Behandlung um eine kreative, verbindende Dimension. Sie entlastet Familien, schafft Ausdruck für Unsagbares und ermöglicht Eltern, ihre Kinder wieder in ihrer Lebendigkeit zu erleben. Gleichzeitig stärkt sie das Spitalpersonal durch wertvolle Einblicke in innere Prozesse und fördert eine ganzheitliche, interdisziplinäre Behandlung – zum Wohl der Patient:innen.

Wir danken dem Team des OKS – Ostschweizer Kinderspital St. Gallenfür das Vertrauen, die Offenheit und die inspirierende Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg. Gemeinsam haben wir gezeigt, wie nachhaltige Integration gelingen kann.

 

Wir freuen uns auf Sie!

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